In memoriam

Die Arbeit an dieser Internetseite habe ich abgeschlossen am 12. Juli 2016. Es ist der dritte Todestag meines großen Bruders.

Norbert starb völlig überraschend im Urlaub vor drei Jahren. Er wurde nur 54 Jahre alt.
Vieles gleicht sich. Doch immerhin nicht alles. Die beiden Söhne, die er hinterlassen hat, waren Mitte zwanzig als er starb. Und trotzdem. Es war viel zu früh, um den Vater zu verlieren.
Seine Frau lernte er in der Schule kennen. Mit 17 wurden sie ein Paar - und blieben es bis an sein Lebensende.

Mein großer Bruder war vieles für mich. Bruder, Vater und bester Freund. In vielen Dingen auch ein Vorbild. Wir haben an der selben Schule Abitur gemacht. Nicht immer war ich mir sicher, ob es ein gutes Zeichen war, dass sich die Lehrer_innen an meinen elf Jahre älteren Bruder erinnerten.

Mein großer Bruder mit mir - 1972

Sein Nordistik-Studium hat er nach dem Vordiplom abgebrochen und dann Informatik studiert. Als Informatiker arbeitete er dann durchgehend die ganzen Jahre.

In meinem Leben habe ich viele Vorträge und Reden gehalten. Doch die wichtigste und auch die schwerste Rede war die Trauerrede für meinen großen Bruder.

Während ich an dieser Seite arbeitete, habe ich mich irgendwann gefragt, warum es gerade jetzt Zeit ist, diese Geschichte zu erzählen. Schließlich habe ich sie zehn Jahre ruhen lassen.
Irgendwann wurde mir klar: Ich will nicht, dass diese Menschen vergessen werden. Und unser - in diesem Fall mein Leben wie auch das meiner Geschwister - ist Teil der Geschichte.
Deswegen muss ich sie erzählen.

 

bedenkt: den eigenen tod, den stirbt man nur.
doch mit dem tod der andern muss man leben.
(mascha kaléko: memento)